|
... An jenem Tag nahm ich die Klarheit des Himmels zum ersten Mal in meinem Leben wahr... Sie war tiefer als das Meer, klarer als ein Regentropfen und blauer als die Farbe selbst... Der Tag, an dem ich in mir die Kraft entdeckte, die Welt um mich mit anderen Augen zu betrachten... Ich erinnere mich an meinen ersten Versuch, aus Worten ein erstes Gedicht zu schreiben, die Worte zu einem neuen Begriff meiner Phantasie zu formen... Ich habe Wort für Wort aus der Tiefe meiner eigenen Gefühlswelt aufgefangen und nichts dem Zufall überlassen. Seit jenem einzigartigen Tag sind viele Jahre vergangen... 300 Gedichte haben sich auf Papier wieder gefunden, sie geben mir die Magie der vergangenen Welt meines eigenen Selbst wieder, ein treuer Begleiter durch die Alleen meines Daseins. Eines Tages übernahm das Schicksal die Führung meines Lebens ...Zehn Jahre absolute Stille folgten ab meinem 18. Lebensjahr. Es war die Zeit, in der ich mich zum ersten Mal verliebte, die Zeit, in der ich Ehefrau und Mutter wurde, der Anfangsweg eines Familienlebens, das von mir alles verlangte. Ich habe alles gegeben und habe es nie bereut. Nur selten habe ich mich in diesen Jahren nach meiner alten Liebe zum Schreiben gesehnt. Das Wort fand plötzlich seinen Sinn nicht mehr, seinen Weg zu der erwachsenen Frau in mir selbst. Vielleicht war es nicht die richtige Zeit ... Vielleicht fehlte mir die Kraft ... Vielleicht sollte es so sein ... So viele Jahre mussten vergehen, bis ich eines Tages im Jahre 2007 den Funken in mir selbst wieder fand. Es war der Tag, an dem ich wieder schreiben lernte. Nicht dass ich es verlernt hatte, mein Leben hatte mich gezwungen, es zu verdrängen, um in der heutigen Welt überhaupt überleben zu können. Heute bin ich wieder dort, wo alles angefangen hat ... Ich sehe den Himmel, er ist so blau wie seit Jahren nicht mehr, so tief wie meine Liebe zu meiner jungen Familie, so klar wie das Wort, das mir die Kraft gab, auf alles zu verzichten, um eines Tages alles wieder zurück zu bekommen. Es war der Augenblick, in dem ich den Titel meines ersten Buches niederschrieb : Zwei Länder - kein Zuhause. Der Anfang einer alten und doch so neuen Ebene meines Lebens - ich werde das Schreiben niemals verlernen, es niemals aufgeben. Das Schreiben ist Teil meines Lebens ... Und ich bin ein Teil von ihm ...
|