
Wir lernten uns unter der riesigen Eiche im Park kennen. Ich lag auf der Wiese und korrigierte die letzten Seiten meines vor wenigen Tagen fertig gewordenen Romans, während Dave aus dem Nichts auf mich zukam, um nach der Uhrzeit zu fragen.
Ich antwortete ihm höflich, leicht gelangweilt, und widmete mich schließlich wieder meiner Aufgabe.
Doch Dave blieb vor mir stehen, und während er aus seiner Perspektive mich neugierig betrachtete, lächelte er ununterbrochen.
Ich versuchte, seine Blicke zu ignorieren und tat so, als ob ich sie gar nicht bemerkt hätte. Er beobachtete mich weiter, lächelte mich erneut an, als ob er meine Gleichgültigkeit gar nicht wahrgenommen hätte, und ich fragte mich langsam, ob ich tatsächlich so wirkte, wie ich auf ihn wirken wollte.
Ich legte das Manuskript beiseite, stand auf, richtete meine Haare und atmete tief aus.
»Ich muss jetzt weg!«, sagte ich stotternd und richtete meinen Rock mit einer mir bis dahin noch unbekannten Nervosität, die meine Hand zum Zittern brachte, durch mei- nen Bauch fuhr und sich fest in meiner Stimme verfing.
»Mein Name ist Dave«, waren seine Worte, die er mit einem unwiderstehlichen, maskulinen und verführerischen Lächeln aussprach.
»Dave? Ein schöner Name! Wirklich sehr schön!«
»Und Sie?«, fragte er mich. Seine Augen beobachteten mich neugierig. Gierig.
»Eva.«
Er nahm das Wort auf, behielt es einige Sekunden im Gedächtnis, bewegte seinen Mund, als hätte er Buchstabe für Buchstabe geschmeckt, und schluckte anschließend den Inhalt herunter, bis nichts mehr übrig blieb. Ich sah ihn an und fühlte mich plötzlich namenlos. Hätte ich meinen Namen bloß nicht erwähnt, dann hätte ich nun noch gewusst, wer ich in Wirklichkeit war!
Minutenlang suchte ich vergeblich den Weg zurück zu meinem Selbst, das von Dave aufgenommen und verschluckt worden war, ich bewegte verzweifelt meinen Kopf hin und her, während der warme Sommerwind des Tages durch mein Haar fuhr, um dem Augenblick meiner ersten Begegnung mit Dave noch mehr Glanz zu verleihen.
Ich ließ mich von dem Gesang der Vögel entführen, die auf einem starken Ast einer uralten Eiche fieberhaft ihre Konversation fortsetzten. Ich lauschte ihnen neugierig, ihre Töne, mal tief, mal höher, zerbrachen in meinem Gehörgang und formten sich im nächsten Augenblick zu einem Echo meiner eigenen Laute.
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